Aba, ankommend aus…

(nie genug Wasser)

Ich war bis dahin meistens alleine nach Tel Aviv geflogen, weil meine Frau jeweils ein paar Tage früher flog und dann oft auch ein paar Tage länger bei ihrer Familie blieb, während ich wieder zurück zur Arbeit musste, aber mittlerweile war ich pensioniert und diesmal flogen wir zusammen.

Wir hatten lange warten müssen, bis es gegen Ende der Corona-Epidemie überhaupt wieder Flüge nach Israel gab, und wir ergriffen dann die erste Gelegenheit und buchten einen Flug für uns beide. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon über ein Jahr nicht mehr in Israel gewesen.

Ungefähr in der Mitte des vierstündigen Flugs ging meine Frau auf die Toilette. Sie wartete einen Moment ab, an dem die Warteschlange vor der Toilette nur kurz war, erhob sich dann von ihrem Sitz – dem mittleren einer Dreierreihe, in der ich am Fenster sass – und stellte sich im Gang an.

Nach ein paar Minuten erhob sich die Passagierin, die auf dem Sitz am Gang sass, um einen kleinen, weisshaarigen Mann vorbeizulassen, der sich ohne Umschweife auf den Sitz meiner Frau setzte.

„Dieser Sitz ist besetzt“ wollte ich sagen, aber ich kam nur bis zu „Dieser Sitz…“, dann schaute ich ins Gesicht des vor fünf Jahren verstorbenen Vaters meiner Frau.

„Holy shit! Was machst Du hier, Aba, bist Du nicht tot?“

Aba lächelte und sagte etwas auf Hebräisch.

Ma...? fragte ich.

Er schnallte sich an, winkte die Stewardess herbei und bat sie um ein Glas Wasser (maim – eines der wenigen Worte, die ich bis dahin kannte, mit bischwili und bevakasha, was nicht mit Eis und Zitrone heisst, sondern für mich und bitte).

Nachdem er das Glas in einem Zug leergetrunken hatte, und der Stewardess „Od echad!“ (noch eines) nachgerufen hatte, fragte er mich: „You happy?“

Ken, Aba. Ani happy“ antwortete ich (ich bin glücklich) und konnte nicht anders, als zurückfragen: „And you…?

Lo maspik maim“ sagte er (nicht genug Wasser).

Dann nahm er das Bordmagazin aus der Tasche an der Rücklehne des Vordersitzes und begann in einem Artikel über die Türkei zu blättern. Ich schaute ihn von der Seite an und fand, dass er genauso aussah wie zu seinen Lebzeiten.

Die Stewardess brachte ihm ein zweites Glas Wasser, das er ebenso herunterstürzte wie das erste und es ihr gleich wieder zurückgab „Od echad, bevakasha.“

Istanbul!“ sagte er mit einem Strahlen auf dem Gesicht, und zeigte dabei auf ein Bild im Magazin, das vor ihm auf dem Klapptischlein lag, während er mit der anderen Hand das dritte Glas Wasser zum Mund führte.

Istanbul war seine letzte Flugreise gewesen, bevor er nicht mehr fliegen durfte, weil die Ärzte festgestellt hatten, dass ein Hamster mit vollen Backen durch seine Aorta wandern konnte.

Ich wusste nicht, was ich ihn fragen sollte. Das heisst, ich wusste es schon, es gab eine Unmenge von Fragen, die ich ihm gerne gestellt hätte, aber ich traute mich nicht, ihm auch nur eine einzige zu stellen, aus Angst, er könnte sofort verschwinden. Welches Ohr war es, auf dem er seit dem Yom Kippur Krieg nichts mehr hörte?

Wie würde meine Frau reagieren, wenn sie von der Toilette zurückkam? Ihren Vater zu verlieren war für sie sehr schmerzhaft gewesen und ein Teil von ihr akzeptierte es immer noch nicht, dass er fort war und nie mehr wiederkommen würde.

Ich reckte den Kopf in die Höhe und sah, dass sie nicht mehr in der Warteschlange im Gang stand. Sie würde also nächstens zurückkommen.

Aba schloss das Magazin, als ob er meine Gedanken gelesen hätte, verstaute es im Netz am Vordersitz, legte eine Hand auf mein Knie und sagte „I must go.“

Die Frau neben ihm stand auf, um ihn aus der Sitzreihe zu lassen, und er verschwand, ohne sich nochmal umzudrehen, im hinteren Teil der Kabine.

„Sehr geehrte Fluggäste, wir haben mit dem Sinkflug nach Tel Aviv begonnen. Wir bitte Sie, ihre Sitzplätze wieder einzunehmen, sich anzuschnallen und ihre Sitzlehnen senkrecht zu stellen…“

„Ich hasse diese Flugzeugtoiletten“, sagte meine Frau, als sie sich wieder hingesetzt hatte.

„Du musst Dich anschnallen“ sagte ich. „Wir befinden uns bereits im Sinkflug auf Tel Aviv. Möchtest Du ans Fenster?“

Als wir nach der Passkontrolle auf unsere Koffer warteten, ging unsere Crew an uns vorbei.

Slicha…!“ rief ich, als ich die Stewardess erkannte, die Aba das Wasser gebracht hatte, und ging zu ihr hin.

Ken…?

„Do you remember the old man sitting next to me, in row 16, to whom you brought three glasses of water?“

„I bring water to so many passangers…“

„Yes, but three times in a row? He had white hair, big glasses… I was sitting next to him, by the window…“

„Sorry…“, sagte sie, wandte sich ab und ging weiter.

„Was war das?“ fragte meine Frau, die ausser Hörweite in der Warteschlange geblieben war.

„Nichts“ antwortete ich. „Ich fragte sie nur, ob sie noch nachgeschaut hätte wegen der Verfügbarkeit der Swatch, die ich im duty free Katalog gefunden hatte, während Du auf der Toilette warst. Aber natürlich hat sie es vergessen. Wie hätte es anders sein können.“

Zuhause bei ihrer Mutter angekommen wurden wir herzlich begrüsst und gleich ein erstes Mal reichlich gefüttert, obwohl es eine Stunde später ein Essen mit der ganzen Mischpoke geben würde.

Auf der Kommode neben der Eingangstüre stand neben anderen gerahmten Fotografien noch immer das Bild von Aba und Ima auf der Terrasse des Swissôtels am Bosporus, das wir ihnen nach unserem gemeinsamen Aufenthalt im Oktober 2013 geschenkt hatten. Beide sehen glücklich aus. Beide waren glücklich.

In dieser Nacht lag ich lange wach. Aba ging mir nicht aus dem Kopf. Ich musste im Flugzeug eingeschlafen sein und hatte wohl geträumt. Anders war es nicht zu erklären, dass er so viel Wasser trank.

Das letzte Mal, als ich Aba lebend gesehen hatte, hatte er mich gefragt, ob ich daran glaube, dass es im Weltall Leben gibt. Ich hatte seine Frage nicht verstanden, und meine Frau übersetzte: Er möchte wissen, ob Du an die Existenz von Ausserirdischen glaubst.

„Nein“ hatte ich geantwortet. Nicht, weil ich nicht daran glaube, dass es ausserirdisches Leben gibt. Vielleicht gibt es das ja. Es ist mehr so, dass mir die Lebewesen auf der Erde völlig reichen. Ich habe das Weltall gerne leer. 

„Warum fragt er mich das?“ fragte ich meine Frau.

„Er hat eine Sendung darüber gesehen.“

Später am Abend, als die Geschwister meiner Frau mit ihren Familien zum Essen eingetroffen waren, bekam ich mit, dass Aba noch anderen dieselbe Frage stellte. Ob sie an die Existenz von ausserirdischem Leben glaubten. Ich glaube, er hat an jenem Abend allen diese Frage gestellt.

Als alle gegangen waren, sagte ich zu meiner Frau: „Es scheint Deinen Vater sehr zu beschäftigen, ob es im Weltall Lebewesen gibt. „Es ist wegen der Sendung, die er gerade gesehen hat.“ sagte sie. „Er schaut sich die ganze Zeit solche Sendungen an. Im Science Channel. Oder im National Geographic.“

In dieser Nacht wachte ich dreimal auf, weil ich auf die Toilette musste -als ob ich zu viel getrunken hätte. Wir bewohnen ein separates Zimmer, wenn wir bei der Mutter meiner Frau zu Besuch sind. Eine Treppe führt von ihrer Wohnung im 14. Stockwerk zu einem zusätzlichen Zimmer, zu dem ein kleines Badezimmer gehört. Es ist alles ziemlich eng und das kleine Badezimmer hat eine Schiebetüre.

Als ich beim dritten Mal im Dunkel die Schiebetüre aufmachen wollte, klemmte sie. Ich ruckelte ein paarmal daran, aber sie liess sich nicht öffnen. War meine Frau auf der Toilette? Tatsächlich hörte ich, als ich noch einmal versuchte, die Schiebetüre zu öffnen: „Tafus“

Ich ging wieder zu Bett und wartete, bis meine Frau rauskommen würde. Aber es dauerte und dauerte, und als ich mich zur Seite drehte, berührte ich ihre Schulter.

Dann bin ich wieder eingeschlafen.

Als ich aufwachte, war meine Frau bereits unten, bei ihrer Mutter. „Was heisst „tafus“ fragte ich sie, als wir beim Frühstück sassen. „Besetzt“ antwortete sie, „Warum? “

„Nur so.“

„Willst Du wieder mit den besetzten Gebieten anfangen…?“

„Nein“ lachte ich. „Sicher nicht beim Frühstück. Oder stammen diese Kirschen etwa aus Syrien?“

Die besten Kirschen, die ich in Israel je gegessen habe, stammten von den Golan Höhen, und ich machte mir stets einen Spass daraus, von Syrien zu reden, wenn es um die Golan Höhen ging, obwohl es das einzige Gebiet ist, bei dem ich für die israelische Annexion Verständnis habe. 

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes gingen wir mit Ben, dem Sohn meiner Frau, und seiner Familie ans Meer. Als sich meine Frau mit ihrer Schwiegertochter und dem kleinen Eyal zur Strandbar aufgemacht hatte, um etwas zu trinken zu holen, legte Aba sein Strandtuch neben mich.

„Du siehst lächerlich aus in Badehosen mit Deinen dünnen Beinen“, sagte ich zu ihm.

„Wieso?“ fragte er mich, und schaute an sich runter.

„Und was glaubst Du, wie Du aussiehst, mit deinen dünnen, weissen Hühnerbeinen und Deinem Bauch?“ gab er zurück.

„Wieso erscheinst du immer nur dann, wenn Tami gerade nicht da ist? Meinst Du nicht, sie würde sich sehr freuen, Dich zu sehen?“

„Das geht leider nicht“, sagte er.

Und dann: „Du musst mir helfen.“

„Ich, Dir? Womit?“

„Du musst mir helfen, eine Wohnung zu finden.“

Jetzt musste ich wirklich lachen.

„Natürlich, wenn Du jetzt andauernd hier auftauchst, brauchst Du natürlich eine eigene Wohnung. Soll ich Dir auch helfen, eine Arbeit zu finden? Brauchst Du ein Auto?“

„Habe ich schon. Ich arbeite wieder als Fahrlehrer, sozusagen.“

„Sozusagen…?“

„Ich bilde Fährleute aus.“

„Fährleute? Die die Lebenden ins Reich der Toten holen?“

Jetzt lachte er.

„Das gibt es nicht. Es gibt keinen Fluss zwischen dem Reich der Lebenden und dem Reich der Toten. Hilfst Du mir?“

„Was?“

„Mit der Wohnung…“

„Was darf es denn sein? Ein Penthouse direkt am Meer?“

„Nein, etwas Kleines, in Ramat Gan am liebsten, nahe bei Mirry, oder in Givataim. Ich will die Kleinen aufwachsen sehen.“

„Und wer bezahlt für die Wohnung?“

„Lass das meine Sorge sein.“

„Wenn ich das tun soll, musst Du mir zuerst erklären, wie Du hierherkommst, wieso Du plötzlich so gut Englisch sprichst und warum sich einer, der fünf Jahre tot ist, mit Sonnencreme einreiben muss.“

Wie ich hierhergekommen bin, weisst Du. Mit demselben Flugzeug wie Du.“

„Nein, ich meine hier zu uns, zu den Lebenden…“

„Ich erklär’s Dir ein anderes Mal. Tami und Hila kommen gleich zurück.“

Er stand auf, schüttelte den Sand aus seinem Strandtuch und klemmte es sich unter den Arm. Dann versuchte er, sich eine Zigarette anzuzünden. im Moment, als er sich abdrehte, um den Wind mit seinem dürren Körper zu blocken, tönte es hinter uns: „Urgrossvater!“

„Das ist nicht Urgrossvater, Eynal, das ist Grossvater, sagte Hila zu ihrem kleinen Jungen.

Das war ich zwar auch nicht, aber der Kleine hatte ja auch nicht mich gemeint, sondern seinen Urgrossvater, den er von den vielen Fotografien kannte, die in der Wohnung seiner Urgrossmutter standen. Er gab auch nicht sofort auf. Er wollte sich losreissen und hinter Aba herrennen, aber Hila hielt ihn fest.

Tami und Hila hatten nicht nur Getränke gebracht, sondern auch Hamburger und Chips und Salate. Sie hatten die ganze Strandbar geplündert. „Wenn er das gewusst hätte,“ murmelte ich, „wäre er geblieben.“

„Was sagst Du?“

„Nichts. Wer soll das alles essen…?“

Wir blieben diesmal drei Monate in Israel. Drei Monate, in denen wir hauptsächlich damit beschäftigt waren, eine Wohnung zu suchen. Seit meiner Pension vor einem Jahr, war das unsere Hauptbeschäftigung, sowohl in der Schweiz als auch in Israel: eine Wohnung suchen. Einen Ort, wo wir bleiben konnten. Makom.

In Israel wohnten wir seit meiner Pensionierung bei meiner Schwiegermutter und in der Schweiz mieteten wir jeweils eine Wohnung. Erst ein paar Jahre später würde uns klar werden, dass wir nie etwas Geeignetes finden würden, weil wir nicht wirklich wussten, wonach wir suchten. Weil es nichts Geeignetes mehr gab, wenn man zu lange im Ausland gelebt hatte.

Eine kleine Wohnung in Strandnähe in Netanya? Ein Mini-Penthouse in der Nähe der Wohnung meiner Schwiegermutter? Oder doch eine grössere Wohnung irgendwo, wo man sie bezahlen konnte, damit unsere  Schweizer Verwandten und Freunde uns besuchen konnten?

Aba erschien mir bei diesem Aufenthalt noch zweimal.

Einmal in seinem alten Wohnzimmer, um mich zu bitten, den Sender zu wechseln. Es lief gerade eine Reportage über den Gazakrieg, aber er bat mich, auf National Geographic umzuschalten, wo eine Dokumentation über Löwen ausgestrahlt wurde, die auf Bäumen leben.

Für die nächsten 45 Minuten sass er neben mir auf dem Sofa und streichelte Maple, den Zwergpudel, den meine Frau und ihre Geschwister ihrer Mutter gleich nach seinem Tod gekauft hatten.

Maple muss sein Streicheln gespürt haben, denn sie gab ihre typischen Laute von sich (hum, hmm, uch), die sie produziert, wenn sie etwas geniesst. Alle anderen merkten offenbar nichts von seiner Anwesenheit.

Das zweite Mal stand er plötzlich neben mir, als ich in einer Steimatzky Filiale in der Dizengoff Strasse die kleine Sektion der englischen Bücher durchforstete, auf der Suche nach dem neusten Buch von Etgar Keret, das meine Frau schon vor einem Jahr im hebräischen Original gelesen hatte.

„Hast Du etwas gefunden?“ Fragte er mich.

„Nein, sagte ich, ich glaube, es ist immer noch nicht übersetzt worden.“

„Meine Wohnung, meine ich, Dummkopf“, sagte Aba.

„Nein, ich bin noch nicht dazu gekommen.“ Und mit einem Seitenblick auf meine Frau, die mit der Buchhändlerin sprach, fragte ich ihn: „Und, gibt es nun ausserirdisches Leben?“

„Ohne Ende“ sagte er. „Da draussen wimmelt es von anderen Lebensformen. Aber sie interessieren sich nicht für euch.“

„Euch?“

„Für euch Lebenden. Sie finden euch langweilig. Sie kommunizieren nur mit uns.“

„Aha“ sagte ich, und dachte: Seltsame Lebewesen, die nur mit Toten kommunizieren.

„Und warum sprichst Du plötzlich fliessend Englisch? Kann man im Jenseits Stunden nehmen?“

„Man kann Kurse besuchen“ sagte er, „Es gibt Kurse für praktisch…“ dann wandte er sich abrupt von mir ab , nahm ein Buch vom Tisch mit den Bestsellern und tat so, als würde er darin lesen. Tami kam auf mich zu, mit einem Stapel Bücher auf dem Arm.

„Hast du schon etwas gefunden?“

„Nein, sagte ich. Aber Du offenbar. Du weisst doch, dass wir kein Büchergestell haben, nichtwahr? Auch keinen Beistelltisch, nicht einmal eine Wohnung…“

„Es sind ja nur vier…“, sagte sie.

Auf dem Rückflug in die Schweiz wartete ich darauf, Aba wiederzusehen, aber er tauchte nicht auf. Nicht als Tami auf der Toilette war und auch nicht vorher beim Check-in oder in der Wartehalle. Auch beim Aussteigen in Zürich hielt ich vergeblich Ausschau nach ihm.

Es sollte mehr als zwanzig Jahre dauern, bis ich Aba zum nächsten und letzten Mal sah. Für ihn war das vielleicht nicht lange, aber Eyal und seine drei Jahre jüngere Schwester Tal hatten bereits ihren Militärdienst hinter sich, meine eigenen sechs Grosskinder waren alle erwachsen und Israel hatte die Golan Höhen im Rahmen des Mittelost-Friedensabkommens vom Jahr 2035 an Syrien zurückgegeben. Ich war Urgrossvater. Ich war ein alter Mann.

„Du bist alt geworden, Fafele.“ sagte Aba zur Begrüssung, als er sich auf dem Lindenhof in Zürich neben mich auf die Parkbank setzte. Tami war am Rennweg bei Shopping.

„Tja, Aba, das ist dieses Ding mit der Zeit. Du siehst immer noch gleich aus.“

Er lächelte.

„Hast Du mir eine Wohnung gefunden?“

„War das ernst gemeint?“

„Ja. Hast Du gar nicht gesucht?“

„Ich habe es vergessen, Aba. Es tut mir leid…“

Er sah mich an und konnte seine Enttäuschung nur schlecht verbergen.

„Na ja. Auch gut. Vielleicht gründen wir dann gleich eine Alters-WG“.

Er blickte auf seine goldene Uhr, die Tami geerbt und an Eyal weitergegeben hatte, der sie dann im Militärdienst verlieren sollte.  

„Was denn, „scherzte ich, „hast Du etwa einen Termin?“

„Ja,“ sagte Aba. „Habe ich. Und ich weiss nicht, ob wir uns wiedersehen werden.“

Ich hielt ihn am Arm fest.

„Zwei Dinge musst Du mir noch sagen, bevor Du gehst.“

Ma..?

„Wenn es keine Zeit gibt im Jenseits, wie weiss man dann, wann die Englischlektion beginnt?“

„Man beginnt einfach.“

„Was heisst das?“

„What does it mean…. und was war die andere Frage?“

„Gibt es Ausserirdische?“

„Das hast Du mich schon einmal gefragt.“

„Du mich auch“ antwortete ich. „Nu, gibt es sie, oder gibt es sie nicht?“

„Es gibt keine Ausserirdischen, Fafele. Auch keine Innerirdischen, das sind alles nur Worte.“ Und nach einer kleinen Pause: „Aber es gibt Löwen, die auf Bäumen leben. Vergiss das nicht.“

2 Antworten to “Aba, ankommend aus…”

  1. Anonymous Says:

    Lieber Käptn, als langjähriger Kommandant vom Raumschiff Enterprise solltest Du eigentilch wissen, dass es Ausser-, Inner-, Ueber- und Unterirdische gibt :-) und alle sind irgendwie gleich :-) – !
    Auch ich liebe Deine Kurzgeschichten – ganz l.G. und ein dicker Umarmer Dir und Tami
    Schrotty

  2. Rafaela S Says:

    Lieber Walter – Ich liebe Deine Kurzgeschichten! Wäre schön wenn Du schon wirklich in Pension wärst damit Du mehr Zeit zum Schreiben hättest !
    LG an Tami … hoffe Euch beim nächsten Israel Besuch zu sehen.

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