Vom Ende des Wartens

Man darf nicht zu lange warten. Schon gar nicht auf Dinge, die nie passieren werden. Irgendwann muss man sich zur Seite nehmen und ganz ehrlich zu sich selber sein: Das wird nichts mehr.
Das tut im ersten Moment weh, und dieser erste Moment kann lange dauern, wenn man sich etwas lange, wirklich fest und von ganzem Herzen gewünscht hat, aber das Eingeständnis, dass etwas nicht eintreffen wird, ist unumgänglich, wenn man weitergehen möchte. Man kommt nicht darum herum. Und der Schmerz ist notwendig, wenn man beim Weitergehen nicht eine Last mit sich tragen will, die einem beim Gehen nach hinten zieht.
Weil  es ein Trennungsschmerz von etwas ist, was man nie hatte, ist er nicht nur schwer zu verkraften, auch der Umgang damit ist nicht einfach.  Man kann keine Kompressen oder einen Wundverband auflegen. Man weiss nicht einmal ganz genau,  wie sich das künftige Vermissen anfühlen wird, obwohl man schon eine ganze Weile lang vermisst hat. Aber es war ein anderes Vermissen, weil es ein wartendes war, eines, das darauf hoffte, in seiner Erfüllung ein Ende zu finden, während das neue Vermissen, das sich am Ende des Wartens entwickelt, ein anderes sein kann: eines, das enden wird, weil es sich nicht mehr erfüllen muss.

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