Der Mann, der nicht auf dem Mond war

Andres Lavander, der einzige Schwede, der weder auf dem Mond noch auf dem Mars war, ist am Sonntag im Alter von 132 Jahren in seinem Haus in Westersund an einem Herzversagen gestorben.

Lavander hatte sich Zeit seines Lebens erfolgreich geweigert, die obligatorische Reise zum Mond anzutreten. Wie viele seiner Generation bekämpfte er vor 50 Jahren die Einführung des Mondreise- Obligatoriums und als einziger weigerte er sich nach dessen Inkrafttreten beharrlich (und wie nun feststeht erfolgreich), den Flug anzutreten.

Er liess sich selbst durch Drohungen der Behörden, ihn nicht sterben zu lassen, nicht einschüchtern. Sein beharrliches Festhalten an seiner Weigerung, die Erdatmosphäre zu verlassen, ist in verschiedenen Redewendungen in die schwedische Sprache eingegangen. Redensarten wie „und als Nächstes fliegt Lavander zum Mond“ (als Reaktion auf eine unwahrscheinliche Ankündigung) oder „wie Mondstaub in Lavanders Haaren“ (als Ausdruck der Verblüffung über etwas, was man nie erwartet hätte), sind in Schwedens Alltag seit Jahren geläufig und dürften Andres Lavander lange überleben.

Lavander wurde als Sohn eines Bienenpflegers in eine Familie mit zweieinhalb Kindern geboren. Seine Mutter war eine bekannte Kommatasammlerin. Ihre Sammlung von überflüssigen Kommata aus der Weltliteratur belief sich bei ihrer Pensionierung auf über 3,5 Trillionen Kommata. Seine Schwester Klara war eine Waldtraumpionierin der ersten Stunde, und sein um ein Vierteljahrhundert älterer Halbbruder Sven war lange Jahre Generalsekretär des nationalen Zentaurenverbands.

Seine ältere Schwester Norje, der Andres besonders zugetan war, verbrachte ihr halbes Leben in einer Anstalt, weil sie ein Gedicht geschrieben und publiziert hatte. Erst als es sich nicht mehr reimte, wurde sie entlassen. Sie lebt heute in Norköpping und singt, wenn der Nebel sich auflöst. Sein jüngerer Bruder Lars wurde nach dem Tod der Mutter zeitreisensüchtig und gilt auf seinem Acker als verschollen.

Andres Lavander hinterlässt vier entwachsene Kinder und eine elektrische Spielzeugeisenbahn.

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