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Abenddämmerung in Al-Arakib
10. Februar 2011Kurz vor dem Ausbruch der totalen Ehrlichkeit
9. Februar 2011Man könnte meinen, ich sei als Diplomat eindeutig die falsche Person, um zur Debatte über die totale Ehrlichkeit irgendetwas halbwegs Brauchbares beizusteuern. Aber manchmal liegt man mit Meinungen falsch und ohnehin ist weit und breit keine Debatte über die totale Ehrlichkeit auszumachen. Sie gestatten also, und sehen mir meinen ungefragten Beitrag zu etwas, was es nicht gibt, bitte nach. Manchmal tut es ganz einfach gut, im luftleeren Raum zu einem Nichts beizutragen, das sich dadurch in nichts auflöst und den Reigen der Nichtigkeiten überflüssigerweise ergänzt.
Es ist vielleicht aber auch für andere ein bisschen therapeutisch, denn wer falsch liegt, wacht unerholt auf und sucht seinen Standpunkt womöglich den ganzen Tag vergeblich. Falsches Liegen kann korrigiert werden, wenn man Dr. Klemp aufmerksam zuhört, sich nicht von seiner weissen Schürze ablenken lässt und die Packungsbeilage sorgfältig liest.
Es liegt nicht an der Sprache, wenn es sich so liest und anhört und oft auch so aussieht (Fillon zu Gast bei Mubarak), dass Diplomaten und Staatsmänner nicht der absoluten Ehrlichkeit verpflichtet sind, wie wir sie von ihnen erwarten und selber jeden Tag praktizieren. Die Staatsfrauen habe ich ganz bewusst nicht erwähnt. Es gibt über sie schlicht nichts Negatives zu sagen. Ausser vielleicht über die paar wenigen, die genau so funktionieren wie ihre männlichen Kollegen, aber die sind ihrer Rede nicht wert.
Man greift zu kurz und wahrscheinlich ins Leere, wenn man sich darauf hinausreden will, die Sprache der Diplomaten sei – wie jede Art von Sprachgebrauch, wenn wir kurz innehalten und es uns zwischen zwei Gedankenstrichen überlegen – lediglich kodiert, und eigentlich sehr klar und deutlich, fast schon restlos ehrlich, wenn man den Code kennt.
Hillary Clinton sagt, der israelische Siedlungsbau in der Westbank sei für den Friedensprozess „nicht hilfreich“. In der dechiffrierten Version heisst „nicht hilfreich für“ (je nach Dechiffriertabelle, die man benutzt) „unvereinbar mit“ oder „in krassem Gegensatz zu“. Nur sagt ein Freund einem Freund das in der Öffentlichkeit nie in dieser Deutlichkeit und ein Zyniker würde anfügen, dass es nicht einmal hinter verschlossenen Türen entscheidend sei, ob etwas (im vorliegenden Beispiel ein Siedlungsbau) für etwas, was es nicht gibt (einen Friedensprozess) nicht hilfreich oder damit nicht vereinbar sei.
Ich mag aber Zyniker nicht und die Kodierung der Diplomatensprache ist auch nicht die Ursache des Problems, noch steht sie einer möglichen Lösung im Weg, weder beim Nahostkonflikt noch bei sonst irgendeinem Konflikt. Im Sprachgebrauch der Diplomaten tritt uns das Phänomen der begrenzten Ehrlichkeit lediglich besonders deutlich entgegen. Und wir zeigen schliesslich alle gerne mit dem Finger auf Mängel, wenn wir sie mit dieser lockeren Geste bequem bei anderen deponieren können.
Wir hingegen (ein „wir“ ohne mich für einmal – ich bin Diplomat) sind ihr in unserem Alltag, sowohl im Berufs- als im Privatleben natürlich stets verpflichtet, dieser frontalen, ungeschminkten Offenheit, dieser Ehrlichkeit ohne Rest und Rücksicht auf Verluste. Egal, ob es sich um Begegnungen auf der Strasse, um Arbeitskolleginnen und Kollegen, Vorgesetzte, Bekanntinnen und Bekannte, Freundinnen und Freunde, oder um die Person handelt, die wir gerade zu lieben meinen: wir sagen allen, auf Verabredung oder zufällig getroffen, stets nur das, was wir wirklich meinen, und zwar deutlich, und direkt: die Wahrheit.
Sollen selber schauen, wie sie damit zurechtkommen. Und wenn es ihnen nicht passt, können sie uns ja entlassen, die Freundschaft oder die Liebe kündigen oder uns aus dem Weg gehen. Der Gehsteig ist breit genug.
Nur der Scheisskellner kann das nicht, wenn wir ihn so richtig zusammenstauchen, weil die Espressotasse schon wieder nicht vorgewärmt war. Das arme Schwein kann uns weder aus dem Weg gehen noch kann er uns sagen, was er wirklich von uns hält. Sein Pech. Was hält er sich aber auch zuunterst in der Hackordnung auf. Hätte ja etwas länger zur Schule gehen können.
Lassen wir ihn (ohne Trinkgeld zurück). Wenden wir uns wieder den Diplomaten und Ministern zu. Die machen ja auch nur ihren Job. Vielleicht erscheinen sie uns ja nur deshalb so unappetitlich verlogen und verachtenswert, weil sie im grellen Rampenlichtlicht der Bühne, die wir ihnen überlassen, genau das in fast vollendeter Perfektion praktizieren, was wir im Grunde genommen an uns selber nicht wirklich mögen.
Nirgendwann
9. Februar 2011Allein wie eine Mutterseele (Georg Kreisler)
9. Februar 2011Die KPD ist verboten – die DKP ist erlaubt.
Die SPD hält Versammlungen ab und glaubt, dass man ihr etwas glaubt.
Die Gewerkschaft fordert Solidarität, so wie früher der Turnvater Jahn.
Und der Lohengrin singt noch immer: Sei bedankt, mein lieber Schwan!
Der Hunger, die Bomben, die Werbung – die sind nach wie vor immer dabei.
Und die Menschen, wie durch Vererbung, vertrauen nach wie vor ihrer Partei.
Aber allein wie eine Mutterseele,
so mach Revolution, dann ist sie deine! Zieh Leine
und stütz dich nicht auf Kampf und Bach-Choräle!
Ohne viel Geschrei mach dich, denn darauf kommt’s an, selber frei!
Sei schwarz, schwarz wie ein Kohlpechrabe!
Wirf dich wie ein Sperrangel so weit!
Hab keine Angst – hab Zeit!
Kommt der Kissinger morgen zu Besuch,
gib ihm keinen Kaffee!
Irgendwie wird es sich glätten.
Hüte dich vor alten Ketten!
Was macht dir Spaß? Deine Staatsbürgerschaft? Deine Fernsehgebühr?
Öffne die Tür und geh durch!
Aber allein wie eine Mutterseele!
Schieb es nicht auf viele lange Bänke und lenke
dein Leben ohne Blut und Autoöle!
Schöpfe aus dem Vollen, anstatt zu schaun, was andre von dir wolln!
Bleib nackt wie eine Splitterfaser!
Warte nicht auf Lenin und Godot!
Du kannst die Welt befrei’n,
wie eine Mutterseele: allein.
Nicht Nürnberg, noch nicht Nacht
9. Februar 2011Tod eines Nilpferds
8. Februar 2011Nein, das andere Ägypten. Es ist so: Die Bodenheizung ist ausgefallen. Was übrig bleibt, weil es zwar nicht an Akten fehlt, aber am Kamin, um sie zu verbrennen, ist, die Air Condition pro Stunde fünf Minuten auf Heissluft laufen zu lassen, und früh genug wieder abzuschalten, bevor sich der kalte Raum in eine Sauna verwandelt hat und es von der Decke tropft (wer will schon Stalaktiten in seinem Büro). Nur: die Air Condition klingt beim Abschalten wie ein sterbendes Nilpferd.
Natürlich weiss ich nicht, wie ein Nilpferd beim Sterben klingt, ob es dabei überhaupt ein Geräusch von sich gibt oder ob es lautlos das Zeitliche segnet, wenn es überhaupt ein Zeitgefühl hat und nicht im Augenblick, wo sich seine beharrliche Schwere in nicht mehr spürbare Leichtigkeit verwandelt, ganz einfach davon ausgeht (sofern mitten im Sterben irgendetwas einfach geht), alles sei immer so, wie es schon immer war und noch ist, und werde deshalb nun mit letzter Gewissheit so bleiben, oder ob der Kessel, den es beim Sterben im Zoo umkickt, das einzige Geräusch verursacht, welches bei seinem Tod zu vernehmen ist, und wie es sich dann, wenn dem wirklich so wäre, mit in der freien Wildbahn sterbenden Nilpferden verhalten würde, da dort normalerweise keine Kessel in Trittweite sterbender Nilpferde vorhanden sein dürften, und ob es wirklich eine Rolle spiele, ob man sich diese nicht vorhandenen Kessel leer oder voll vorzustellen hat, weil das Wasser ja, wenn welches in den Kesseln gewesen wäre, in der Trockenheit der Steppe (weshalb würde das Nilpferd sonst sterben?) ohnehin sofort versickern oder noch vor dem Versickern verdunsten würde, noch bevor das Nilpferd ganz tot ist.
Ich fasse zusammen und komme zum Schluss. Wenn es wirklich so heiss wäre, dass das Wasser, das aus dem vom sterbenden Nilpferd umgekickten Kessel fliesst, von dessen Vorhandensein auf freier Wildbahn wir in der Regel ohnehin nicht ausgehen dürfen, nicht einmal Zeit hätte (wobei es festzuhalten gilt, dass wir über das Zeitgefühl von Nilpferden bis heute nur unzureichend Bescheid wissen), um in Ruhe zu versickern, weil es unverzüglich (was vermutlich sogar einem Nilpferd ohne Zeitgefühl schnell vorkommen müsste) verdunsten würde, müsste man die Air Condition in meinem Büro nicht zum Heizen einsetzen, ganz egal, ob die normalerweise diesem Zweck dienende Bodenheizung ausgefallen wäre oder einwandfrei funktionieren würde. Was aber, wenn das Haus mit vielen Akten aber ohne Kamin, in dem sich mein Büro befindet, gar nicht in der Nähe des Ortes wäre, wo Nilpferde normalerweise sterben? Macht irgendetwas dann noch irgendeinen Sinn?
Dieser Text ist, es tut mir leid, hoffnungslos misslungen und es kommt auch für das Nilpferd jede Hilfe zu spät. Was mir bleibt, ist allen einen schönen Tag zu wünschen und diesen Text dem „Journal of Universal Rejection“ (Link in der Spalte rechts) einzusenden, um ganz sicher zu sein, dass er nirgendwo mehr auftaucht, ganz im Bewusstsein, dass man nie sicher sein kann und es auch nie sein wird vor dem letzten Atemzug.
Man from the South Hebron Hills (Acryl on Canvas)
7. Februar 2011Kritik der kleinen Vernunft
6. Februar 2011Schlechtes zu kritisieren, ist Zeitverschwendung. Schlechtes entblösst sich im Augenblick, in dem es sich offenbart, selber. Diejenigen, die sich trotzdem noch damit beschäftigen, haben entweder wenig Urteilsvermögen, sind mit sich selbst unzufrieden und erkennen dankbar einen weiteren Sack, den sie anstatt sich selber schlagen können, oder sie haben chronisch zu viel Zeit. Auf manche treffen alle drei Eigenschaften gleichzeitig zu, aber über die zu reden, fehlte mir dann definitiv die Zeit.
Kritik lohnt sich da, wo eine gewisse Qualität vorhanden ist. Die setze ich bei der NZZ und bei den Menschen, die darin zu Wort kommen, irgendwie voraus. Ich hätte das „irgendwie“ gerne weggelassen, aber ich stelle in letzter Zeit eine wachsende Lust an der Kritik an Bewährtem in und an mir fest, eine Art Spätpubertät vielleicht, die mich nicht einmal gross beunruhigt. Vielleicht hat meine Jugend Glück, dass sie schon vorbei ist, weil sie sonst womöglich weniger beschaulich verlaufen wäre. Aber wie die Ägypter diese Tage sagen: Lieber spät als Nil.
Es ist mir klar, dass es für Roger Keller nicht einfach war, eine mich überzeugende Aussage in sieben Antworten auf sieben Fragen zu verpacken, welche ihm die NZZ am Sonntag für den Wirtschaftsteil der heutigen Ausgabe stellte. Ich zweifle nicht Ihren Sachverstand an, sehr geehrter Herr Keller, auch nicht ihren Verstand als solchen. Wir befinden uns im Wirtschaftsteil einer bürgerlichen Zeitung und was Sie von diesem Standpunkt aus zu den Ereignissen in der arabischen Welt sagen, klingt absolut vernünftig für jemanden wie mich, der wenig Ahnung von Wirtschaft hat, und ist es ganz bestimmt für alle, die etwas davon verstehen. Nur, lieber Herr Keller, ist das eben, von meinem Standpunkt aus betrachtet, eine Vernunft in einem ganz engen Rahmen, eine kleine Vernunft, die mir nicht reicht, nicht einmal im Wirtschaftsteil und im Korsett kurzer Antworten auf sieben Fragen.
Haben Sie einen Moment Zeit, sich meine Argumente anzuhören (maximal 1000 Zeichen ohne Leerschläge)? Vielen Dank.
Herr Keller? Ach hier sind Sie. Ich dachte schon…
Zur Ihrer Verteidigung sei gesagt, dass schon die allererste Frage, die Ihnen Frau Jacquemart gestellt hat (die ich hiermit auch ganz herzlich auf meinem Blog begrüsse), sie in genau diese unerträgliche Enge getrieben hat, aus der Sie im Verlauf der weiteren Fragen und Antworten nicht mehr herausfinden. Ob sich die Investoren sorgen müssen, fragt Sie Frau Jacquemart, weil in Ägypten und Tunesien das Wirtschaftsleben stillstehe. Was für eine wunderbare Frage.
Natürlich weiss sogar ich, dass diese Länder Investoren brauchen, wenn es denen, die jetzt demonstrieren, eines Tages besser oder zumindest nicht noch schlechter gehen soll. Das gehört zum kleinen ABC der Weltwirtschaft und ich kann von daher auch verstehen, warum sich die Frage nach der Beunruhigung der Investoren stellt. Wenn Sie in Ihrer Antwort ausführen, lieber Herr Keller (darf ich Sie Roger nennen? Wir sind hier ja praktisch unter uns), dass die Finanzmärkte bis jetzt nicht gross reagiert haben, ist das sicher richtig. Alle Ihre Antworten auf die sieben Fragen sind richtig. Nur sind sie, wie bereits die Fragen, eben auch völlig falsch.
Wer die Unruhen in Ägypten auf den Suezkanal beschränkt (wo es aus dieser Deiner Sicht immerhin 8% wichtig wird, denn soviel vom globalen Öl muss da durch) und in dieser öligen Logik Saudiarabien als Schlüsselland bezeichnet, kommentiert die Ereignisse in den arabischen Ländern nicht mehr aus einer reinen Wirtschaftsperspektive, sondern er hält den Finger, ob er will oder nicht, genau auf den wunden Punkt. Bist Du noch da, Roger?
Was Du den Investoren, und mit ihnen den Kleinanlegern und Kleinsparern, damit sagst, ist Folgendes: Tunesien? Ägypten? Peanuts. Maximal 8% Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Und der Winter ist ohnehin bald vorbei, nicht so schlimm, wenn das Öl etwas teurer werden sollte. Will heissen: Weiterschlafen! Wir wecken euch dann, falls es in Saudiarabien losgehen sollte.
Das scheint auch Frau Jacquemart eingelullt zu haben. Sie schweift schon bei der dritten von sieben Fragen vom Titel des Interviews („Saudiarabien ist das Schlüsselland“) zur Arbeitslosigkeit und Verschuldung der USA ab. Aber auch dort hältst Du ein wenig Expertentrost bereit. Die Weltwirtschaft müsse eine neue Lokomotive finden, schlägst Du als Lösung vor, und wenn ein verantwortungsvoller Fachmann wie Du so etwas sagt, habt ihr sie vermutlich schon längst gefunden. Darf ich raten: China? Wunderbar. Das beruhigt nun auch mich.
Spekulationen darüber, ob die neue Lokomotive allenfalls in eine Richtung unterwegs sein könnte, die nicht nur Gutes verheisst, überlassen wir den anderen Fachmännern und Fachfrauen (gibt es eigentlich schon Quoten für fragenstellende Journalistinnen oder zu befragende Fachfrauen in der NZZ?). Denjenigen, die sich mit Politik, Sicherheit und Menschenrechten befassen. Das sind zum Glück nicht dieselben. Die wären vernunftmässig total überfordert, wenn sie alles zusammen in Betracht nehmen müssten. Sie würden womöglich im Irrenhaus enden oder in einer Regierung Einsitz nehmen.
Weisst Du, lieber Roger, ich bin überzeugt, dass ihr es alle nicht bös meint. Aber wenn Frau Jacquemart ihre siebte Frage dafür einsetzt, und sie hat es sich sicher sehr gut überlegt, weil es die letzte Frage war, um Dir angesichts der beunruhigenden Aktualitäten (epochale Umwälzungen im arabischen Raum, hohe Arbeitslosigkeit und gigantische Verschuldung der USA) einen Tipp für Anleger zu entlocken, und Du offenbar ohne zu zögern freimütig zu riskanten Anlagen rätst, dann macht mir das schon ein bisschen Sorgen. Nicht als Anleger. Ich lege nicht an.
Dass Aktien Bonds schlagen werden, mag sich als zutreffende Prognose erweisen, Du bist schliesslich ein Fachmann, und dass der Anleger und die Anlegerin die Volatiliät der Aktienmärkte ertragen können müssen, scheint mir auch keine allzu grosse Zumutung darzustellen.
Mein persönliches Worst-Case-Szenario (Frage zwei, Du erinnerst Dich) ist nicht, dass Saudiarabien instabil wird, auch wenn ich mir bewusst bin, dass die Kacke im Mittleren Osten dann ganz schön am Dampfen wäre und die Finanz- und Wirtschaftsexperten womöglich die AnlegerInnen aus ihren Profitschlaf wecken müssten. Mein persönliches Worst-Case-Szenario ist, dass der vermeintlich abgesicherte Teil der Menschheit noch lange damit fortfährt, die Welt mit dem Instrumentarium der kleinen Vernunft als eine spannende Geografie von Rohstofflieferanten und Absatzmärkten zu erkennen und zu behandeln. Das muss auf die Dauer zu Zuständen führen, die für uns alle schwieriger zu ertragen sein werden als die Volatilität der Aktienmärkte.
Ich wünsche Dir, lieber Roger, oder Ihnen, sehr geehrter Herr Keller, sollten Sie diese Anrede bevorzugen, was ich nach meiner Kritik an der kleinen Vernunft verstehen würde, und natürlich auch Ihnen, verehrte Charlotte, einen schönen Sonntag.
Ihr,
Walter Haffner
Girl from the South Hebron Hills (Acryl on Canvas)
5. Februar 2011Menetekel
3. Februar 2011Vielleicht wäre es besser
bevor die Paläste einstürzen
nicht nur die der Mächtigen
auch unsere, die wir
von allem zuviel haben und nie
genug davon kriegen
anstatt das Chaos an die Wand zu malen
endlich die Schrift an der Mauer zu lesen
und anstatt zuzuschauen
wie sie immer deutlicher wird
und am Ende durch alles durchdrückt
was wir rastlos darüber kleben (Reklame,
Wahlplakate, Reklame)
und darüber malen (das Chaos)
einzusehen dass es
so nicht weitergehen kann





