Archive for Dezember 2009

Für den Fall, dass…

31. Dezember 2009

…  irgendwo da draussen die Frage auftauchen sollte, ob es diesen Blog nun wirklich auch noch gebraucht hat, kann ich nur sagen: nein, wahrscheinlich nicht.

Dann kommt mir aber das Vorwort zu Dylan Thomas‘ wundervollem Buch „Selected Poems“ in den Sinn, in dem er von einem alten Schafhirten erzählt, der jedes Mal beim Einnachten Kräuter über sein Feuer streute, um durch den farbigen Rauch um Schutz für seine Schafe zu bitten. Als er einmal gefragt wurde, ob er denn daran glaube, dass diese Handlung irgendetwas bewirke, antwortete er:  „Ich weiss es nicht, aber ich wäre ein verfluchter Narr, wenn ich es nicht tun würde.“

Der schönste Satz des Jahres 2009

31. Dezember 2009

“The tiniest sound in the world is the sound of love forming with no complication.”

(7-year-old American boy in a Poetry Workshop)

Der Flotter

30. Dezember 2009

Der Flotter ist trotz seiner eindrücklichen Physis ein herbstaktives Laubtier. Die anderen drei Viertel des Jahres schläft er, ohne eine Adresse zu  hinterlassen. Flotterweibchen tragen ihren Nachwuchs fast 14 Monate. Die jungen Flotter können schon unmittelbar nach der Geburt schlafen. Einmal geworfen, kümmern sich nur noch die Männchen um die jungen Flotter, die deshalb oft schlecht angezogen und ungewaschen wirken.

Ursprünglich aus Zentralostien stammend, sind die Flotter vermutlich
vor rund zweitausend Jahren über die Beerenstrasse nach Alaska gewandert. Von dort sind sie über Umwegen, von denen sie gerne erzählen, bis nach Michigan gelangt, wo sie noch heute eine kleine, sehr kinderfreundliche Pension führen.

(aus Walters Tierleben, 12. Ausgabe, Hirnfort am Main, 1973)

Note to the Hurrying Man (Brian Patten)

26. Dezember 2009

All day I sit here doing nothing but
watching how at daybreak
birds fly out and return no fatter
when it’s over. Yet hurrying about this room
you would have me do something similar;
would have me make myself a place
in that sad traffic you call a world.
Don’t hurry me into it; offer
no excuses, no apologies.
Until their brains snap open
I have no love for those who rush
about its mad business;
put their children on a starting line and push
into Christ knows what madness.

You will not listen.
“Work at life!” you scream,
and working I see you rushing everywhere,
so fast most times you ignore
two quarters of your half a world.
If all slow things are useless
and take no active part in nor justify your ignorance
that’s fine; but why bother screaming after me?
Afraid perhaps to come to where I’ve stopped
in case you find
into some slow and glowing countryside
yourself escaping.
Screams measure and keep up the distance between us:
Be quieter –
I really do need to escape;
take the route you might take
if ever this hurrying is over.

at the beach

25. Dezember 2009

Der Zeitgenosse

25. Dezember 2009

Als Genosse der Zeit unterstützt er
was ohnehin steht
und lässt fallen
was ohne ihn fällt

Die Zukunft hält er
für nicht der Rede wert
und die Vergangenheit kann ihm
gestohlen bleiben

Die Gegenwart füttert er
seiner omnivoren Genossin.
Die beisst seine Hand nicht
die hat ihn bereits verdaut.

a song for two sisters

24. Dezember 2009

daydreaming

23. Dezember 2009